Mongolei Selbstfahrer Reise – 15 Tage durch Steppe, Wüste und Nomadenwelt

Tour 250
4x4 Mietwagen / Pferd / Kamel
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Beschreibung

Freiheit auf vier Rädern – die Mongolei selbst entdecken

Die Mongolei ist eines der letzten echten Abenteuerreiseziele unserer Zeit. Auf über 1,5 Millionen Quadratkilometern – einer Fläche dreimal so groß wie Frankreich – leben gerade einmal drei Millionen Menschen. Diese außergewöhnliche Weite, die Stille der Steppe und die unberührte Natur machen die Mongolei zu einem Sehnsuchtsort für alle, die dem Massentourismus entkommen und echte Abenteuer erleben möchten. Unsere 15-tägige Mongolei Selbstfahrer Reise führt Sie durch die wichtigsten Naturwunder und Kulturschätze des Landes – von den singenden Sanddünen der Gobi über die Ruinen des Mongolenreichs bis zu den berühmten Wildpferden der Zentralmongolei.

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Tag 1 – Ankunft in Ulaanbaatar, Chinggis Khaan Statue & Terelj Nationalpark

Ihre Mongolei Selbstfahrer Reise beginnt am internationalen Flughafen Ulaanbaatar, dem Chinggis Khaan International Airport. Nach der Mietwagenübergabe starten Sie direkt in eines der faszinierendsten Länder der Erde – und die Reise beginnt schon auf den ersten Kilometern mit einem ersten großen Highlight.

Rund 54 Kilometer östlich der Hauptstadt erhebt sich die gigantische Chinggis Khaan Reiterstatue aus poliertem Edelstahl in den mongolischen Himmel: 40 Meter hoch, weithin sichtbar und ein Symbol des mongolischen Nationalstolzes. Die Statue, die im Jahr 2008 eingeweiht wurde, steht an jenem mythischen Ort, an dem Dschingis Khan der Legende nach eine goldene Peitsche fand – ein Zeichen seiner zukünftigen Herrschaft über die eurasische Steppe. Im Inneren des Sockelbaus erwartet Sie ein Museum mit historischen Exponaten zur Blütezeit des Mongolenreichs. Von der Aussichtsplattform auf dem Rücken des Pferdes eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama über die weite mongolische Landschaft.

Auf dem Weg bietet sich optional ein Abstecher zum Manzushir Kloster an, das malerisch in den bewaldeten Bogd Khan Bergen liegt. Das im 18. Jahrhundert gegründete Kloster war einst eines der bedeutendsten buddhistischen Zentren der Mongolei mit bis zu 300 Mönchen. In der Sowjetzeit schwer beschädigt, erzählen die erhaltenen Ruinen und das kleine Museum heute von der reichen spirituellen Geschichte des Landes. Eine kurze Wanderung durch den Bergwald führt zur Anlage und belohnt mit ruhigen Blicken über die Hauptstadtregion.

Den Abend verbringen Sie im Terelj Nationalpark, einer der schönsten Naturregionen in unmittelbarer Nähe Ulaanbaatars. Bizarre Granitfelsen, darunter der berühmte „Schildkrötenfelsen”, prägen die Landschaft, die sich in der Abendsonne golden färbt. Das Tal des Terelj-Flusses bietet eine erste Begegnung mit dem ursprünglichen Mongolei-Erlebnis: Jurten auf grünen Wiesen, grasende Pferde und eine Stille, die nach einer langen Flugreise wohltuend auf die Seele wirkt.

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Tag 2 – Von der Steppe in die Gobi: Baga Gazriin Chuluu Granitformationen

Nach einem Frühstück im Nationalpark beginnt eine der landschaftlich eindrucksvollsten Fahrten Ihrer Mongolei Rundreise. Die Route führt zunächst an einem modernen Supermarkt vorbei – hier empfiehlt es sich, Vorräte für die kommenden Tage in der Gobi aufzufüllen – und dann konsequent nach Süden in Richtung der großen Wüste.

Die Landschaft verändert sich auf dieser Fahrt wie ein langsam ablaufender Film: Die satten Grüntöne der Steppe werden blasser, die Vegetation karger, der Horizont weiter. Die Mongolei offenbart hier eine ihrer faszinierendsten Qualitäten – die schiere Weite eines Landes ohne Zäune, ohne sichtbare Grenzen, ohne Ablenkung. Gelegentlich kreuzt eine Schafherde die Piste, manchmal ist stundenlang kein anderes Fahrzeug in Sicht.

Ihr Tagesziel sind die Baga Gazriin Chuluu, eine der geheimnisvollsten Felslandschaften der Mongolei. Der Name bedeutet „kleiner steiniger Ort” – eine fast untertriebene Bezeichnung für dieses geologische Wunderwerk. Vor rund 240 Millionen Jahren drang heißes Magma in die Erdkruste ein und erkaltete dort zu massivem Granit. Millennia der Erosion haben daraus eine surreale Skulpturenlandschaft geschaffen: riesige, runde Felsblöcke, die wie von Riesenhand übereinandergestapelt wirken, schmale Schluchten, durch die man sich hindurchzwängen kann, und versteckte Höhlen, in denen einst Lamas während der stalinistischen Verfolgungen Zuflucht suchten.

Bei einer Erkundungstour durch die Felsformation entdecken Sie kleine natürliche Wasserstellen, die überraschend vielfältiges Tierleben anlocken. Steinadler kreisen über den Felsen, und wer Glück hat, entdeckt die Spuren von Wölfen oder Steinböcken. Die Kombination aus geologischer Einzigartigkeit, spiritueller Geschichte und naturräumlicher Abgeschiedenheit macht Baga Gazriin Chuluu zu einem der Geheimtipps jeder Mongolei Selbstfahrer Reise.

Der Nachmittag bietet ausreichend Zeit für ausgedehnte Wanderungen und Fotografie. Besonders im Licht der tiefstehenden Sonne entfalten die orangefarbenen und grauen Felsen ein faszinierendes Farbspiel, das Fotografen begeistert. Übernachtung in der unmittelbaren Nähe der Felsformation, idealerweise in einem der kleinen Jurtencamps, die sich harmonisch in die Landschaft einfügen.

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Tag 3 – Tsagaan Suvarga: Die weißen Stupas der Gobi

Heute taucht Ihre Mongolei Reise tiefer in das Herz der Gobi ein. Die Gobi – deren Name aus dem Mongolischen stammt und schlicht „Wüste” bedeutet – ist mit über 1,3 Millionen Quadratkilometern eine der größten Wüsten der Welt. Doch anders als viele westliche Vorstellungen von Wüste ist die Gobi kein endloser Sandozean, sondern eine Kaltklimawüste mit enormer landschaftlicher Vielfalt: Schotterebenen, Felsklippen, Sanddünen, Salzpfannen und trockene Flussbetten wechseln sich ab.

Das Tagesziel, Tsagaan Suvarga – die „weißen Stupas” – ist ein Naturwunder, das Besucher regelmäßig fassungslos zurücklässt. Vor Millionen von Jahren lag diese Region unter einem flachen Meer. Als das Wasser verschwand, blieben mächtige Schichten aus Kalkstein, Sandstein und Sedimentgestein zurück. Wind und Wasser haben über Äonen eine spektakuläre Erosionslandschaft herausgearbeitet, die an riesige buddhistische Stupa-Reihen oder an die Ruinen einer vergessenen Tempelanlage erinnert.

Die Formation erstreckt sich über mehrere Kilometer und erreicht an manchen Stellen Höhen von über 60 Metern. Die Farben sind außergewöhnlich: Ockertöne, Rotbraun, Grau und Weißtöne wechseln sich ab und erzählen die geologische Geschichte der Region in sichtbaren Schichten. Bei einer Wanderung entlang des Kliffes eröffnen sich immer neue Perspektiven auf die unten liegende Ebene – ein weites, fast menschenleeres Panorama, das die Sinne reinigt und den Kopf befreit.

Das besondere Erlebnis bei Tsagaan Suvarga ist der Sonnenuntergang. Wenn das Abendlicht aus dem Westen auf die Klippen fällt, beginnen die Felsen förmlich zu glühen. Rottöne vertiefen sich zu Bordeaux, Ockergelb wird zu Gold, und die Schatten in den Schluchten verleihen der Landschaft eine mystische Tiefe. Es sind Momente wie diese, die Mongolei-Reisende jahrelang in Erinnerung bleiben.

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Tag 4 – Yolyn Am Schlucht & Gurvan Saikhan Nationalpark

Der heutige Tag steht im Zeichen eines der überraschendsten Naturkontraste, die die Mongolei zu bieten hat. Ihre Route führt zunächst in die Provinzhauptstadt Dalanzadgad, das administrative Zentrum der Provinz Ömnögovi im Herzen der Gobi. Die Stadt bietet die Möglichkeit, Vorräte aufzufrischen, und beherbergt das neue, modern gestaltete Gobi Museum. Hier erhalten Sie auf eindrucksvolle Weise einen wissenschaftlichen Überblick über die Ökologie, Geologie und Geschichte der Gobi-Region – eine ideale Vorbereitung für die kommenden Tage in der Wüste.

Wenige Stunden Fahrt later erreichen Sie den Gurvan Saikhan Nationalpark, was so viel bedeutet wie „Drei Schönheiten” – benannt nach den drei Bergkämmen, die das Schutzgebiet prägen. Mit einer Fläche von über 27.000 Quadratkilometern ist er einer der größten Nationalparks der Mongolei und schützt einen außergewöhnlichen Lebensraum an der Schnittstelle von Wüste und Gebirge.

Das Herzstück des heutigen Ausflugs ist die Yolyn Am Schlucht, ein Naturphänomen, das man in einer Wüste schlicht nicht erwartet. Der Name bedeutet „Bartgeiertal” – benannt nach dem majestätischen Greifvogel, der hier noch immer heimisch ist. Die enge, schluchtartige Schlucht schneidet sich tief in die Gebirgsausläufer des Gurvan Saikhan ein. Hohe Felswände, die stellenweise kaum zehn Meter auseinanderliegen, sorgen dafür, dass Sonnenlicht nur selten bis auf den Boden gelangt.

Das erstaunlichste Phänomen: Tief in der Schlucht hält sich selbst in den Sommermonaten Eis. In manchen Jahren überdauert es sogar den gesamten Sommer. Das liegt an der extremen Abgeschlossenheit der Schlucht, die kalte Luftschichten über dem Bodeneis gefangen hält. Eine Wanderung durch Yolyn Am ist ein multi-sensorisches Erlebnis – die Kühle nach der Hitze der Wüste, das Rauschen eines kleinen Baches, die Stille zwischen den Felswänden und gelegentlich das Kreisen eines Bartgeiers weit oben am schmalen Streifen Himmel.

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Tag 5 – Nomadenleben in Haniin Hets: Gast bei einer Nomadenfamilie

Dieser Tag gehört zu den menschlich berührendsten Erlebnissen jeder Mongolei Reise. In der Region Haniin Hets tauchen Sie tief in eine Lebensweise ein, die sich in ihren Grundzügen seit Jahrhunderten kaum verändert hat und doch täglich neu erfunden wird.

Etwa 30 Prozent der mongolischen Bevölkerung lebt noch immer als Nomaden – Hüter von Herden aus Pferden, Schafen, Ziegen, Rindern und Kamelen, die mit ihren Familien den Jahreszeiten folgend durch die Steppe und Wüste ziehen. Die Mongolei ist damit eines der letzten Länder der Erde, in dem nomadische Weidewirtschaft in diesem Ausmaß noch praktiziert wird. Diese Lebensweise ist nicht romantische Folklore, sondern gelebte Realität: eine hocheffiziente, ökologisch angepasste Form des Wirtschaftens in einer kargen Umwelt.

Die Ger (Jurte) ist das Herz des nomadischen Lebens. Diese runden, schnell auf- und abbaubaren Zelte aus Filz und Holzgestänge sind perfekt an die extremen klimatischen Bedingungen der Mongolei angepasst – im Winter schützen sie bei Temperaturen bis zu minus 40 Grad, im Sommer sorgt die Ventilation durch die Dachöffnung für angenehme Kühle. Jede Ger folgt einem streng geregelten Ordnungssystem: Die westliche Seite ist den Männern vorbehalten, die östliche den Frauen, der Ehrensitz für Gäste befindet sich stets nördlich des Feuers.

Bei Ihrer Begegnung mit einer Nomadenfamilie erleben Sie die legendäre mongolische Gastfreundschaft aus erster Hand. Gäste werden traditionell mit Tarag (fermentiertes Produkt aus Stutenmilch), Airag (fermentierte Stutenmilch) und Tee mit Salz und Milch willkommen geheißen. Sie nehmen an alltäglichen Tätigkeiten teil – vielleicht beim Melken der Stuten, beim Treiben der Schafherde oder beim Aufstellen einer Ger. Der direkte, ungefilterte Kontakt mit Menschen, deren Leben so fundamental anders ist als das eigene und die dennoch in tiefer Verbundenheit mit der Natur und ihren Traditionen leben, ist eines jener Erlebnisse, die lange nachwirken.

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Tag 6 – Khongoryn Els: Die singenden Sanddünen der Mongolei

Heute stehen Sie vor einem der spektakulärsten Naturschauspiele Zentralasiens: den Khongoryn Els, den größten und imposantesten Sanddünen der Mongolei. Bereits aus weiter Ferne – manchmal schon auf 20 oder 30 Kilometer – erscheint die helle Dünenwand am Horizont wie eine Fata Morgana, zu schön und zu unwirklich für diese Landschaft.

Die Khongoryn Els erstrecken sich über mehr als 180 Kilometer Länge und bis zu 30 Kilometer Breite. Die höchsten Dünen ragen über 300 Meter in den mongolischen Himmel – das entspricht etwa der Höhe des Eiffelturms. Die Dünen entstanden durch die anhaltende Westwinde, die über Jahrtausende Sand aus den Schotterebenen der Gobi hierher geweht haben und weiter wehen. Es ist ein lebendiges Landschaftsrelief, das sich täglich, ja stündlich verändert.

Ihren deutschen Beinamen – die singenden Dünen – verdanken die Khongoryn Els einem einzigartigen Phänomen: Wenn der Wind die losen Sandkörner an den steilen Leeseiten bewegt oder wenn Wanderer die Dünen herabrutschen, entsteht ein tiefes, wummerndes Geräusch, das wie ein fernes Orgelbrummen oder ein Hubschrauber aus der Tiefe klingt. Dieses Naturgeräusch ist physikalisch durch Resonanzphänomene zwischen den Sandkörnern erklärbar – und dennoch bleibt es ein magisches Erlebnis.

Der Aufstieg auf die Hauptdüne – lokaler Name: Hongoriin Nuur – ist anspruchsvoll. Der tiefe Sand lässt jeden Schritt zur Kraftübung werden. Doch das Panorama vom Gipfel entschädigt für jede Mühe: nach vorne die endlose Dünenwand, nach hinten das grüne Band der Oase mit dem Fluss Khongor, dahinter die schwarzen Bergketten des Gurvan Saikhan. Optional bietet sich ein Kamelritt durch die Dünenlandschaft an – eine traditionelle Fortbewegungsart, die dieser Landschaft eine zeitlose, fast biblische Dimension verleiht.

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Tag 7 – Bayanzag: Die Flammenden Klippen und ihre Dinosaurierfunde

Die Flaming Cliffs von Bayanzag – mongolisch: „reicher Saxaul-Wald” – sind einer der berühmtesten Paläontologie-Fundorte der Welt und ein unverzichtbarer Höhepunkt jeder Mongolei Rundreise. Ihre Entdeckung durch den amerikanischen Forscher Roy Chapman Andrews im Jahr 1922 revolutionierte das Wissen über die Kreidezeit: Hier fanden Andrews und sein Team erstmals in der Geschichte der Paläontologie Dinosauriereier samt Embryonen sowie Überreste zahlreicher bislang unbekannter Dinosaurierarten.

Die roten Sandsteinformationen, die sich über eine Fläche von mehreren Quadratkilometern erstrecken, entstanden in der späten Kreidezeit vor etwa 70 bis 80 Millionen Jahren. Damals war die Gobi keine Wüste, sondern eine von Flüssen und Seen durchzogene Savannenlandschaft, in der Dinosaurier, Säugetiere und erste Vögel lebten. Die Tiere verendeten und wurden von Sand- und Staubstürmen überdeckt, ihre Überreste konservierten sich über Äonen. Bis heute werden in Bayanzag regelmäßig neue Fossilien entdeckt – manchmal einfach an der Oberfläche sichtbar nach einem starken Regenschauer.

Die Formation selbst ist auch ohne paläontologisches Interesse ein visuelles Meisterwerk. Die roten und orangefarbenen Sandsteinklippen leuchten im normalen Tageslicht bereits intensiv, doch es ist der Sonnenuntergang, der Bayanzag seinen Legendenstatus verleiht. In den letzten Minuten vor dem Verschwinden der Sonne glüht das Gestein in einem Orangerot, das fotografisch kaum wiederzugeben ist. Die Klippen „brennen” förmlich – ein Anblick, der erklärt, warum Andrews und seine Kollegen diesen Ort nach den Flammen benannten.

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Tag 8 – Ongii Kloster: Geschichte, Spiritualität und Flussstille

Die heutige Etappe markiert den Aufbruch aus der südlichen Gobi und den langsamen Übergang in die Zentralmongolei. Ihr Ziel ist das Ongii Kloster, eine der eindrucksvollsten Klosterruinen der Mongolei, gelegen am Ufer des Flusses Onggi in einer stillen, weiten Tal-Landschaft.

Das Kloster wurde im 17. Jahrhundert gegründet und entwickelte sich zu einem der bedeutendsten buddhistischen Zentren der Mongolei. Auf dem Höhepunkt seiner Blüte umfasste die Anlage über 28 Tempel und Gebäude und beherbergte bis zu 1.000 Mönche. Es war ein spirituelles, intellektuelles und wirtschaftliches Zentrum für die gesamte Region – eine Mongolei-Version eines mittelalterlichen europäischen Klosters. Im Jahr 1939, auf dem Höhepunkt der stalinistischen Religionsverfolgungen, wurde das Kloster von sowjetischen Truppen zerstört. Hunderte von Mönchen wurden erschossen oder deportiert nach Sibirien.

Was geblieben ist, sind ausgedehnte Ruinenfelder, in denen sich die Grundrisse der ehemaligen Tempelbauten noch deutlich abzeichnen. Einzelne restaurierte Gebäudeteile beherbergen heute wieder Mönche und eine kleine aktive Klostergemeinschaft. Die Atmosphäre an diesem Ort ist eigentümlich: Ruine und Wiedergeburt, Trauer und Hoffnung liegen eng beieinander. Der Onggi-Fluss, an dessen Ufer die Anlage liegt, verleiht dem Ort eine besondere Stille und Schönheit – hier wachsen Bäume, ziehen Vögel ihre Kreise, und das Wasser glitzert im Sonnenlicht.

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Tag 9 – Arvaikheer & Khujirt: Heiße Quellen und das Orchon Tal

Die heutige Etappe führt durch die Mittelzone der Mongolei, jene abwechslungsreiche Region, in der Gobi und Steppe sich mischen und die Landschaft allmählich grüner und weicher wird. Erste Station ist Arvaikheer, die Hauptstadt der Provinz Övörkhangai. Die Stadt bietet eine gute Gelegenheit, Vorräte aufzufüllen, das lokale Markttreiben zu beobachten und das unspektakuläre, aber authentische Alltagsleben einer mongolischen Provinzstadt kennenzulernen.

Weiter westlich liegt Khujirt, ein Ort, der vor allem für seine natürlichen Schwefelquellen bekannt ist. Das Quellwasser wird traditionell für seine heilenden Eigenschaften bei Gelenk- und Hauterkrankungen geschätzt. Ein Bad in den warmen Quellen nach Tagen der Offroad-Fahrt ist eine wohltuende Erholung und ein kleines Wellness-Erlebnis der besonderen Art.

Am Nachmittag erreichen Sie das Orchon Tal, eines der schönsten und historisch bedeutsamsten Täler der Mongolei. Das breite, von sanften Hügeln eingerahmte Tal des Orchon-Flusses ist seit der Bronzezeit besiedelt und war Zentrum einer Reihe bedeutender Steppenvölker: Hunnen, Türken, Uighuren und schließlich Mongolen hinterließen hier ihre Spuren. Grüne Wiesen, mäandrierende Flussarme und vereinzelte Jurten schaffen eine Bilderbuch-Kulisse mongolischer Nomadenwelt. Das gesamte Orchon Tal ist Teil des UNESCO-Welterbes und gehört zu den am besten bewahrten Kulturlandschaften Zentralasiens.

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Tag 10 – Orchon Tal: Wasserfall Ulaan Tsutgalan und Vulkanlandschaft

Heute erleben Sie das Orchon Tal von seiner dramatischsten Seite. Eine anspruchsvolle Offroad-Fahrt führt entlang eines tief eingeschnittenen Canyons, dessen Felswände bizarre Formen aufweisen – hier erkennt man, warum diese Landschaft als eine der eindrucksvollsten der Mongolei gilt. Vorbei an schwarzen Lavafelsen, die von uralten Vulkanausbrüchen zeugen, geht es zum Ulaan Tsutgalan Wasserfall.

Dieser 20 Meter hohe und bis zu 10 Meter breite Wasserfall des Orchon-Flusses gilt als einer der größten Wasserfälle Zentralasiens. Er ist das Ergebnis eines tektonischen Ereignisses vor rund 20.000 Jahren: Ein Erdbeben veränderte den Lauf des Orchon-Flusses und schuf die Steilkante, über die das Wasser seitdem in einem wuchtigen Bogen in eine grüne Schlucht hinabstürzt. Die Umgebung ist üppig bewachsen, und im Frühjahr und Sommer ist der Kontrast zwischen dem weißen Wasservorhang, dem grünen Bewuchs und dem schwarzen Lavagestein von atemberaubender Schönheit.

Das Orchon Tal als UNESCO-Weltkulturerbe umfasst weit mehr als nur den Wasserfall. Es ist eine Kulturlandschaft von außergewöhnlicher Dichte: Zahlreiche archäologische Stätten aus verschiedenen Epochen – Turkische Runeninschriften, uighurische Stadtanlagen, mongolische Tempel und Karawansereien – liegen auf engem Raum beieinander und machen das Tal zu einer Art freiluftem Museum der zentralasiatischen Geschichte. Die UNESCO würdigte diesen außergewöhnlichen Wert im Jahr 2004 mit der Aufnahme in die Welterbeliste.

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Tag 11 – Karakorum & Erdene Zuu: Das Herz des Mongolenreiches

Dieser Tag gehört dem mächtigsten kulturellen Erbe der Mongolei: Karakorum, der legendären Hauptstadt des Mongolenreiches. Im Jahr 1235 unter Ögedei Khan, dem Sohn Dschingis Khans, als Hauptstadt ausgebaut, war Karakorum für wenige Jahrzehnte das politische Zentrum eines Reiches, das sich vom Pazifik bis zum Mittelmeer erstreckte – des größten zusammenhängenden Landreiches, das die Welt je gesehen hat.

Kaiserliche Botschafter aus Europa, Mönche, Händler aus Persien, chinesische Handwerker und Missionare aus allen Teilen der bekannten Welt reisten nach Karakorum. Der flämische Mönch Wilhelm von Rubruck, der Karakorum 1254 besuchte, berichtete von einer Stadt mit zwölf heidnischen Tempeln, zwei Moscheen und einer Kirche – ein Bild religiöser Toleranz und kosmopolitischen Lebens, das im mittelalterlichen Europa kaum vorstellbar war. Doch schon 1267 verlegte Kublai Khan die Hauptstadt nach Khanbaliq (dem heutigen Peking), und Karakorum verlor schnell an Bedeutung.

Das Erdene Zuu Kloster, gegründet 1586 direkt auf den Ruinen von Karakorum, ist das erste buddhistische Kloster der Mongolei und eines der beeindruckendsten religiösen Bauwerke Zentralasiens. Seine 108 weißen Stupas – die Zahl 108 ist im Buddhismus heilig – säumen die gewaltige Klostermauer, die an der Außenseite über einen Kilometer lang ist. Im Inneren stehen drei Haupttempel aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Thangkas, Skulpturen und religiöse Artefakte beherbergen, die die Verwüstungen der Sowjetzeit überlebten, weil sie von der lokalen Bevölkerung versteckt wurden.

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Tag 12 – Ugii See: Vogelparadies in der Zentralmongolei

Nach den großen historischen Eindrücken von Karakorum bringt der heutige Tag eine willkommene Entschleunigung. Der Ugii See in der Provinz Arkhangai ist einer der schönsten und vogelreichsten Seen der Mongolei – und für Naturliebhaber ein absolutes Highlight der Reise.

Der flache Steppensee mit einer Fläche von etwa 25 Quadratkilometern liegt in einer sanften, hügeligen Landschaft, die sich vom übrigen Mongolei-Erlebnis wohltuend unterscheidet: Hier gibt es kein Spektakel der Größe oder Wildheit, sondern eine stille, harmonische Weite. Das klare Wasser spiegelt den Himmel, und am Ufer wachsen niedrige Büsche und Gräser, die unzähligen Wasservögeln Nahrung und Schutz bieten.

Über 200 Vogelarten wurden am Ugii See nachgewiesen, darunter zahlreiche Zugvögel, die den See als wichtige Rast- und Brutstation auf ihren transkontinentalen Routen nutzen. Pelikane, verschiedene Reihervögel, Kormorane, Enten und Gänse bevölkern das Ufer und die flachen Gewässerzonen. In den Frühjahrs- und Herbstmonaten, wenn die Zugvogelsaison auf dem Höhepunkt ist, ist der Ugii See ein Schauspiel, das Ornithologen aus aller Welt anzieht. Die Abende am See, wenn die untergehende Sonne das Wasser in warmes Licht taucht, sind von einer besonderen, meditativen Stimmung.

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Tag 13 – Elsen Tasarkhai: Die Mini-Gobi zwischen Dünen und Steppe

Elsen Tasarkhai ist einer jener Orte, die auf keiner Hauptroute liegen und gerade deshalb einen besonderen Reiz besitzen. Der Name bedeutet in etwa „getrennte Sanddünen” – und genau das trifft zu: Mitten in der zentralmongolischen Steppe, wo man eigentlich keine Dünen erwartet, liegt eine etwa 80 Kilometer lange Dünenformation, die von üppigen Weidenhainen und dem breiten Band des Khoid Tamir-Flusses eingerahmt wird.

Dieser scheinbare Widerspruch – Sanddünen und grüne Auenwälder, Wüste und Steppe in direkter Nachbarschaft – macht Elsen Tasarkhai zu einem der fotogensten Orte der Mongolei Rundreise. Die Landschaft bietet eine komprimierte Version der verschiedenen Naturräume des Landes auf engstem Raum. Baktriankamele, die in dieser Region gehalten werden, verleihen dem Ort ein exotisches Flair.

Optional bietet sich hier ein weiterer Kamelritt durch die Dünenlandschaft an oder ein Besuch bei einer lokalen Nomadenfamilie, die in dieser Region Kamele und Pferde hält. Elsen Tasarkhai liegt auch in unmittelbarer Nähe einer bedeutenden historischen Stätte: Die Ruinen der turkischen Steinmänner (balbal) und alter Karawansereien erinnern daran, dass diese Region einst eine wichtige Passage auf den Handelswegen zwischen China und Zentralasien war.

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Tag 14 – Hustai Nationalpark: Die Rückkehr des Przewalski-Pferdes

Der vorletzte Tag Ihrer Mongolei Selbstfahrer Reise ist dem größten Naturschutz-Erfolgserlebnis der Mongolei gewidmet: dem Hustai Nationalpark und seinen Wildpferden.

Das Przewalski-Pferd – mongolisch: Takhi, „heiliges Pferd” – gilt als der letzte echte Wildpferd-Vorfahre der Welt. Es ist nicht nur eine domestizierte Pferderasse, die verwilderte, sondern ein echter Wildpferde, der sich genetisch von allen anderen Pferden unterscheidet. In den 1960er Jahren war das Przewalski-Pferd in der Wildnis ausgestorben – lediglich einige Dutzend Tiere überlebten in Zoos. Dank eines aufwändigen internationalen Zucht- und Wiederansiedlungsprogramms wurden ab 1992 Pferde aus europäischen Zoos in das mongolische Steppengras entlassen. Heute leben wieder über 400 Przewalski-Pferde frei im Hustai Nationalpark.

Die Begegnung mit diesen kurzbeinigen, gedrungenen Pferden mit ihrer charakteristischen schwarzen Mähne und dem grauen-braunen Fell ist ein bewegendes Erlebnis. Sie sind wachsam, intelligent und nicht zahm – Wildtiere durch und durch. Mit einem Jeep oder zu Fuß können Besucher in respektvollem Abstand Familiengruppen beobachten, die auf den weiten Steppenhügeln des Nationalparks weiden. Die Silhouette einer Wildpferdherde vor dem Panorama der mongolischen Steppe ist eines jener unvergesslichen Bilder, die eine Mongolei Reise zum Erlebnis des Lebens machen.

Der Hustai Nationalpark bietet darüber hinaus einen reichen Lebensraum für zahlreiche weitere Tierarten: Wölfe, Manule (wilde Kleinkatzen), Steinadler, Wiesel und verschiedene Antilopenarten sind hier heimisch.

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Tag 15 – Rückkehr nach Ulaanbaatar: Abschluss einer unvergesslichen Mongolei Reise

Die letzte Fahrt Ihrer Mongolei Selbstfahrer Reise führt zurück in die Hauptstadt Ulaanbaatar. Es ist eine Fahrt mit gemischten Gefühlen: die Vorfreude auf eine heiße Dusche und ein Bett, und gleichzeitig der Abschied von einer Weite, Stille und Ursprünglichkeit, die in unserer modernen Welt so selten geworden sind.

Ulaanbaatar – UB, wie Einheimische und Reisende die Stadt kurz nennen – ist eine faszinierend widersprüchliche Metropole. Über 1,5 Millionen Menschen, fast die Hälfte der gesamten mongolischen Bevölkerung, leben hier. Glaspalast-Hochhäuser und Sowjet-Plattenbau stehen neben traditionellen Jurtensiedlungen. Teure Sushi-Restaurants und Designerläden für Louis Vuitton existieren wenige Gehminuten entfernt von lokalen Märkten, auf denen Nomadenfamilien Hammelwolle und Trockenfleisch feilbieten. Es ist eine Stadt im Aufbruch, voller Energie und voller Widersprüche – und ein würdiger Abschluss für eine Reise, die gezeigt hat, wie vielschichtig und außergewöhnlich die Mongolei wirklich ist.

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 Hinweise Einreise- und Gesundheitsbestimmungen https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/mongolei-node/mongoleisicherheit/222842

Praktische Informationen für Ihre Mongolei Selbstfahrer Reise

Beste Reisezeit: April bis Oktober, mit den angenehm warmen Sommermonaten Juni bis September als Hauptsaison. Das Naadam-Festival Anfang Juli ist das größte kulturelle Ereignis des Landes und besonders empfehlenswert. Die Reise kann mit warmer beheizter Winter Campingausrüstung auch im Winter unternommen werden.

Fahrzeug: Für diese Route ist ein allradgetriebenes Fahrzeug zwingend erforderlich. Die meisten Strecken in der Gobi und im Orchon Tal sind unbefestigte Pisten ohne Markierungen.

Navigation: GPS-Tracks und Offline-Karten sind essenziell. Die Reise inkludiert eine Navigationsapp und telefonischer Unterstützung von unserem Team.  Mongolische Pisten folgen zum Teil keinem festen Verlauf – lokale Fahrer suchen sich immer neue Wege durch das Gelände. Wir empfehlen Ihnen die Spuren.

Unterkunft: Entlang der Route befinden sich Jurtencamps unterschiedlicher Qualität. Wir buchen alle Unterkünfte nach Ihrer Präferenz und verleihen auch Zelt- und Campingausrüstung.

Gesundheit: Ausreichend Wasserreserven für mindestens zwei Tage mitführen. Sonnenschutz, Kopfbedeckung und warme Kleidung für die Nächte sind unverzichtbar – die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht können in der Gobi 30 Grad und mehr betragen.

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