Mongolei zu Fuß – Trekking im wilden Norden
Tour 340
Es gibt Reisen, die man plant. Und es gibt Reisen, die man spürt – mit jedem Schritt, mit jedem Atemzug, mit jedem Blick über endlose Hügelkuppen in eine Landschaft, die so weit und so still ist, dass sie einem den Atem verschlägt. Das Mongolei-Trekking durch den wilden Norden des Landes ist eine solche Reise.
Mit dem Rucksack auf dem Rücken und guten Wanderschuhen an den Füßen bewegen Sie sich in Ihrem eigenen Rhythmus durch eine der ursprünglichsten Landschaften Zentralasiens. Keine Motorengeräusche, kein Asphalt, keine Touristengruppen. Nur Sie, Ihre Wandergruppe, ein erfahrener Guide – und die Mongolei in ihrer reinsten Form.
Diese Mongolei-Wanderreise wurde bewusst für eine Region ausgewählt, die selbst für geländetaugliche Fahrzeuge kaum zu erreichen ist: den äußersten Norden der Mongolei entlang des Eg-Flusses und des Uur Gol. Hier, in einer Landschaft aus Lärchenwäldern, klaren Gebirgsflüssen und weiten Hochtälern, erleben Sie eine Mongolei, die die meisten Reisenden niemals zu Gesicht bekommen.
Beschreibung
Warum diese Trekking-Route in der Mongolei einzigartig ist
Die Mongolei ist viermal größer als Deutschland – doch nicht jede Region eignet sich gleichermaßen für ausgedehnte Wandertouren. Die meisten Teile des Landes sind Steppe oder Wüste: kaum Schatten, kaum Trinkwasser, weite Distanzen ohne Orientierungspunkte.
Der hohe Norden der Mongolei ist anders. Hier beginnen die Ausläufer der sibirischen Taiga, und mit ihr kommen Lärchenwälder, die dichten Schatten spenden und am Abend reichlich Feuerholz bieten – in der Mongolei eine Rarität von unschätzbarem Wert. Die Flüsse in dieser Region sind noch so sauber und unberührt, dass ihr Wasser direkt getrunken werden kann. Eine Aussage, die auf der Welt immer seltener gilt.
Dazu kommt: Weil die Pisten in dieser Region selbst für robuste Geländewagen kaum passierbar sind, gibt es hier so gut wie keinen Tourismus. Sie begegnen Nomadenfamilien, die selten Fremde sehen, einer Natur, die noch nicht von Abfällen und Lärm beeinträchtigt ist, und einer Stille, die in unserer beschleunigten Zeit fast schon vergessen scheint.
Die Bevölkerung dieser abgelegenen Region gilt als besonders gastfreundlich – was in der Mongolei, einem Land das weltweit für seine Gastfreundschaft bekannt ist, schon eine Aussage ist.
Tag 1 – Ankunft in Ulaanbaatar & Stadtbesichtigung
Ihre Mongolei-Trekkingabenteuer beginnt in der Hauptstadt. Nach dem Flughafentransfer und dem Einchecken im Hotel steht zunächst eine Einführung in das Programm auf dem Plan – und dann tauchen Sie direkt ein in das pulsierende, widersprüchliche Leben Ulaanbaatars.
Erste Station ist das Gandantegchinlen-Kloster, kurz Gandan, das bedeutendste buddhistische Kloster der Mongolei und geistliches Zentrum des tibetischen Buddhismus im Land. Die 26,5 Meter hohe vergoldete Migjid-Janraisig-Buddha-Statue, die das Kloster beherbergt, zählt zu den eindrucksvollsten Buddhastatuen Zentralasiens. In den Tempeln des aktiven Klosters verfolgen Mönche täglich ihre Gebetsrituale – ein authentischer Einblick in das spirituelle Leben der Mongolei.
Weiter geht es zum Tschojdschin-Lama-Klostermuseum, dem ehemaligen Wohnsitz und Kloster des Staatsorakels der Mongolei. Das Ensemble, eines der besterhaltenen frühen 20. Jahrhunderts in Ulaanbaatar, beherbergt eine außergewöhnliche Sammlung buddhistischer Skulpturen, Thangkas und ritueller Objekte. Die bewegende Geschichte des Lamas – zu seiner Zeit eine der mächtigsten religiösen Persönlichkeiten der Mongolei – wird hier lebendig.
Den Abend beschließt eine Folklore-Veranstaltung mit traditionellen Musikinstrumenten, Schlangenmädchen-Akrobatik und dem weltberühmten Kehlkopfgesang (Khöömei), einem UNESCO-immateriellen Kulturerbe, bei dem ein Sänger mehrere Töne gleichzeitig erzeugt – ein Klangerlebnis, das unter die Haut geht.
Tag 2 – Abfahrt aus Ulaanbaatar & Fahrt in die Zentralmongolei
Nach dem Frühstück verlassen wir Ulaanbaatar in Richtung Norden. Bereits am Stadtrand hält die Gruppe an einem der großen Ovoos – jenen heiligen Steinmälern, die auf Bergkuppen und Pässen überall in der Mongolei zu finden sind. Nach uraltem Brauch umkreisen wir den Ovoo dreimal im Uhrzeigersinn und bitten die Erdgottheiten um eine sichere Reise. Dieser Moment – der erste Kontakt mit lebendiger mongolischer Spiritualität mitten in der Natur – gibt der Reise sofort eine besondere Tiefe.
Die Fahrt führt durch die Zentralmongolei, jene endlose Graslandschaft, die viele Reisende als das Gesicht der Mongolei schlechthin empfinden: sanfte Hügelketten, die sich bis zum Horizont wiederholen, Jurtensiedlungen in den Tälern, gelegentlich eine Schaf- oder Pferdherde, die träge über die Weide zieht. Die Weite wirkt beruhigend und zugleich überwältigend.
Übernachtet wird am Uraan Togoo Vulkan, einem erloschenen Vulkankegel auf halbem Weg zwischen Ulaanbaatar und Erdenebulgan. Der Vulkan ist Teil eines ausgedehnten Lavafelder-Gebiets, das vor einigen Tausend Jahren aktiv war – ein stiller Zeuge der geologischen Vergangenheit dieser Landschaft.
Tag 3 – Weiterfahrt nach Erdenebulgan & Ankunft am Eg-Fluss
Die heutige Etappe führt weiter in den Norden der Mongolei, und mit wachsender Entfernung von Ulaanbaatar verändert sich auch die Landschaft spürbar: Die Steppe wird welliger, Wälder beginnen die Hügel zu bedecken, und die Luft wird kühler und klarer. Die gut ausgebaute Asphaltstraße endet bald, und die Fahrt setzt sich auf den charakteristischen mongolischen Pisten fort – unbefestigt, manchmal kaum erkennbar, aber stets mit dem besonderen Charme des Unbekannten.
Am Nachmittag erreichen wir Erdenebulgan, die Hauptstadt der Provinz Khövsgöl. Von hier aus fahren wir noch circa zehn Kilometer weiter nordwärts bis zu unserem Ausgangspunkt am Eg-Fluss – dem Beginn des eigentlichen Treckings. Gepäck wird ausgepackt und sortiert, Ausrüstung geprüft, Vorfreude aufgebaut. Morgen beginnt das Herzstück dieser Mongolei-Reise.
Tag 4 – Start der Wanderung entlang des Eg-Flusses
Heute ist es so weit. Die Wanderschuhe werden geschnürt, die Rucksäcke geschultert, und das Abenteuer beginnt.
Der Eg-Fluss (auch Eg Gol) ist einer der bedeutendsten Zuflüsse des Selenga, jenes mächtigen Flusses, der schließlich in den Baikalsee mündet. Das Flusstal, durch das wir wandern, ist von außergewöhnlicher Schönheit: Breite Schotterufer wechseln mit bewachsenen Auenzonen, in denen Weiden und Pappeln dichten Schatten spenden. Das Wasser ist glasklar und eiskalt – direkt trinkbar aus dem Fluss, was im modernen Reisen eine zunehmend seltene Freude ist.
Die Tagesetappen sind so kalkuliert, dass sie von jedem gut konditionierten Reisenden ohne Extremanstrengung bewältigt werden können: In der Regel 15 bis 20 Kilometer, je nach Gelände und Rhythmus der Gruppe. Es gibt keine fest vorgegebenen Übernachtungsplätze – Sie und die Gruppe entscheiden gemeinsam mit dem Guide, wo das Lager aufgeschlagen wird. Diese Flexibilität ist keine Einschränkung, sondern ein Freiheitsgeschenk: Wer wandert, bis er einen perfekten Platz am Fluss findet, und dann dort bleib.
Das erste Nachtlager wird am Ufer des Uur Gol aufgeschlagen, dem Fluss, der uns in den kommenden Tagen begleiten wird.
Tag 5 – Überquerung des Uur Gol: Ein Abenteuer für sich
Der heutige Morgen beginnt mit einem der unvergesslichsten Momente dieser Mongolei-Trekkingtour: der Überquerung des Uur Gol mit einer lokalen Fähre. „Fähre” ist dabei das Wort, das der Realität am nächsten kommt, auch wenn es das Bild wecken mag, das wenig zutreffend ist. Es handelt sich um ein kleines, robustes Holzboot, mit dem ein erfahrener Fährmann Personen, gelegentlich auch Fahrräder oder Tiere, über das reißende Wasser setzt.
Der Uur Gol ist kein sanfter Fluss. Seine Strömung ist stark, die Überquerung erfordert Geschick und Kraft. Das Abenteuer-Erlebnis dieser Fährt, die Aufregung des klaren Wassers dicht unter dem Bootsrand, das Rauschen der Strömung – das ist pures Mongolei-Abenteuer, ungefiltert und unvergesslich.
Nach der Überquerung setzen wir die Wanderung in Richtung Tsagaan Uur fort, ein kleines Dorf im Norden der Provinz Khövsgöl. Die Landschaft entlang des Ufers ist von wechselndem Charakter: weite Schotterebenen, in denen man das Tal in seiner ganzen Breite überblickt, und dann wieder enge Waldabschnitte, in denen die Lärchen so dicht stehen, dass der Himmel nur als schmaler Streifen sichtbar ist.
Tage 6 bis 11 – Sechs Tage Wandern im Herz der nordmongolischen Wildnis
Diese sechs Wandertage bilden das absolute Herzstück Ihrer Mongolei-Trekkingreise. Sechs Tage lang bewegen Sie sich durch eine Landschaft, die von Fahrzeugen und von Massentourismus gleichermaßen unberührt geblieben ist – weil sie für beides schlicht nicht zugänglich ist.
Der Uur Gol bleibt in diesen Tagen Ihr ständiger Begleiter. Der Fluss ist Orientierungspunkt, Wasserquelle, Badegelegenheit und abendliches Meditationsobjekt in einem. Seine Ufer verändern sich täglich: Mal breite, offene Kiesbänke, auf denen man kilometerweit sehen kann, mal enge Waldschluchten, in denen das Wasser gurgelt und schäumt. Die Lärchenwälder (mongolisch: Nar), die diese Region charakterisieren, spenden tagsüber Schatten und liefern abends reichlich Feuerholz für das Lagerfeuer.
Unterwegs werden Sie noch zwei- bis dreimal größere Nebenflüsse überqueren müssen – jedes Mal ein kleines Abenteuer, manchmal mit nassen Füßen erkauft, immer mit einem Lachen quittiert. Die Begegnungen mit Nomadenfamilien in dieser abgelegenen Region sind von besonderer Intensität: Menschen, die selten Fremde sehen und deren Gastfreundschaft deshalb umso herzlicher und unverstellter wirkt.
Ein besonderes Erlebnis in diesem Streckenabschnitt ist der Besuch des Deerkhin Klosters, eines in dieser tiefen Einsamkeit noch aktiv betriebenen buddhistischen Klosters. Inmitten von Wäldern und weit entfernt von jeder Stadt unterhält eine kleine Gemeinschaft von Mönchen hier ein spirituelles Leben, das von der Außenwelt so gut wie unberührt geblieben ist. Die Stimmung an diesem Ort – Holzgebäude zwischen alten Lärchen, der Klang von Gebetsmuscheln, Butterlampen im Halbdunkel – ist von einer Kraft, die sich schwer in Worte fassen lässt.
Lagerfeuer, Sternenhimmel ohne jede Lichtverschmutzung, das Rauschen des Flusses als Einschlafmusik: Diese sechs Nächte in der nordmongolischen Wildnis gehören zu den eindrücklichsten, die eine Reise in der Mongolei zu bieten hat.
Tag 12 – Abholung & Fahrt nach Mörön mit Stopp am Khövsgöl-See
Nach sechs intensiven Tagen in der Wildnis werden Sie von unserem Fahrzeug abgeholt – ein Moment der freudigen Wiederbegegnung mit motorisierten Transportmitteln. Die Fahrt führt nach Mörön, der Hauptstadt der Provinz Khövsgöl.
Unterwegs liegt Khatgal, das kleine Dorf am Südufer des legendären Khövsgöl-Sees – und ein kurzer Zwischenstopp hier ist Pflicht. Der Khövsgöl ist einer der schönsten Gebirgsseen der Welt: 136 Kilometer lang, bis zu 262 Meter tief, von dichten Lärchenwäldern umgeben und von einer Wasserklarheit, die ihresgleichen sucht. Er enthält rund zwei Prozent des gesamten Süßwasservorkommens der Erde – ein stilles Wunder in Nordmongolien. Der Khövsgöl wird von den Mongolen verehrt und als heiliger See betrachtet; eine Stimmung, die man spürt, sobald man an seinem Ufer steht.
Tag 13 – Rückfahrt nach Ulaanbaatar (Bus oder optionaler Inlandsflug)
Die Rückreise nach Ulaanbaatar erfolgt mit einem modernen Reisebus und dauert rund zwölf Stunden – eine lange Fahrt, die aber durch die sich wandelnde Landschaft des mongolischen Nordens entschädigt. Da der Bus sehr früh abfährt, wird das Frühstück als Paket mitgegeben.
Alternativ besteht die Möglichkeit, die Rückreise per Inlandsflug von Mörön nach Ulaanbaatar zurückzulegen (optionaler Aufpreis: 350 € pro Person). Der Flug dauert weniger als zwei Stunden und bietet einen eindrucksvollen Blick auf die mongolische Landschaft von oben – ein schöner Abschluss für das Erlebnis.
In Ulaanbaatar ankommen wir am frühen Nachmittag. Nach dem Transfer ins Hotel bleibt noch Zeit für einen abendlichen Stadtbummel, ein letztes mongolisches Abendessen und den unvermeidlichen Souvenierkauf.
Tag 14 – Rückflug in die Heimat
Nach einem frühen Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug in die Heimat – im Gepäck eine Sammlung unvergesslicher Erinnerungen, müde Beine und ein Herz voller Bilder, die lange nachwirken werden.
Was diese Mongolei-Trekkingtour auszeichnet
Kleine Gruppen, echte Erlebnisse. Wir stellen keine großen Gruppen zusammen, um Kosten zu senken. Eine Mongolei-Wanderreise lebt vom persönlichen Erlebnis, von spontanen Begegnungen und vom Rhythmus der Gruppe – das ist mit Massengruppen nicht vereinbar.
Kein Begleitfahrzeug. Was Sie brauchen, tragen Sie auf dem Rücken oder finden Sie in der Natur. Das ist kein Verzicht, sondern der Kern des Erlebnisses: die Freiheit, wirklich in der Natur anzukommen.
Maximale Flexibilität. Übernachtungsplätze werden nicht starr vorgegeben. Die Gruppe entscheidet täglich gemeinsam, wo das Lager aufgeschlagen wird. Ihr Rhythmus bestimmt die Route.
Region mit Alleinstellungsmerkmal. Die ausgewählte Trekking-Region im Norden der Mongolei ist für Fahrzeuge kaum erreichbar und daher vom Tourismus nahezu unberührt. Trinkbares Flusswasser, dichte Wälder und außergewöhnliche Gastfreundschaft der lokalen Bevölkerung machen diesen Korridor einzigartig.
Ausrüstung & Vorbereitung für das Mongolei-Trekking
Für diese Reise sind zwei Ausrüstungsgegenstände absolut entscheidend: ein gut sitzender, ergonomischer Trekkingrucksack (empfohlen: 55–70 Liter) und eingelaufene, hochknöchlige Wanderschuhe mit Wasserschutzmembran. Beide Gegenstände sollten vor der Reise ausgiebig getestet worden sein – neue Schuhe auf einer mehrtägigen Wanderreise sind ein ernsthaftes Risiko.
Die übrige Ausrüstung sollte von solider Qualität sein, muss aber keine Extrembergsport-Standards erfüllen. Wichtig sind: lagen- und wetterfeste Kleidung (die Temperaturen im mongolischen Norden können auch im Sommer nachts unter den Gefrierpunkt fallen), Schlafsack der für 0 bis minus 5 Grad ausgelegt ist, Wanderstöcke für Flussüberquerungen, Sonnenschutz und ein gutes Erste-Hilfe-Kit.
Häufig gestellte Fragen zum Mongolei-Trekking
Wie fit muss ich für diese Wandertour in der Mongolei sein? Die Tagesetappen von 15 bis 20 Kilometern sind für jeden einigermaßen sportlich aktiven Menschen machbar. Voraussetzung ist keine besondere Bergsteigererfahrung, aber eine gute Grundkondition und Freude am mehrstündigen Gehen auch auf unebenem Gelände. Wer regelmäßig wandert oder Sport treibt, ist bestens vorbereitet.
Ist das Trinkwasser wirklich direkt aus dem Fluss trinkbar? Ja – das ist eine der Besonderheiten dieser Region im nördlichen Mongolei. Die Flüsse Eg und Uur Gol entspringen in unberührtem Berggelände und durchfließen keine besiedelten oder industriell genutzten Gebiete. Das Wasser entspricht Trinkwasserqualität. Eine eigene Wasseraufbereitung (Filter, Tabletten) empfiehlt sich dennoch als Vorsichtsmaßnahme.
Gibt es Mobilfunkempfang auf der Route? In der Regel nicht. Wer zu kommunizieren wünscht, sollte ein Satellitentelefon oder ein Spot-Gerät in Betracht ziehen. Die fehlende Erreichbarkeit empfinden die meisten Reisenden allerdings schnell als Befreiung.
Was passiert bei schlechtem Wetter? Die Flexibilität der Tour – keine festen Tagesetappen, keine vorgegebenen Übernachtungsplätze – erlaubt es, auf schlechtes Wetter zu reagieren. Ein Ruhetag im Lager, eine kürzere Tagesetappe oder ein vorgezogener Stopp sind jederzeit möglich.






